Der Taupunkt ist jene Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden muss, damit der enthaltene Wasserdampf kondensiert (Tau, Nebel, Wolken).
Berechnung (Magnus-Formel, Näherung):
T = Temperatur (°C) · rH = relative Luftfeuchtigkeit (%)
Meteorologische Bedeutung:
- Gewitterenergie: Ein hoher Taupunkt (>15°C) zeigt sehr feuchte, instabile Luft – ideale Bedingungen für starke Gewitter und Unwetter
- Behaglichkeit: Taupunkt <10°C = angenehm · 10–16°C = feucht · >18°C = schwül, drückend
- Nebelbildung: Unterschreitet die Lufttemperatur den Taupunkt → Nebel oder Tau
- Frostpunkt: Bei negativen Taupunkten: Reif und Bodenfrost möglich
Faustregeln Schladming:
- Taupunkt > 12°C im Sommer → Gewittergefahr erhöht
- Taupunkt ≈ Temperatur → Nebel, Nieselregen wahrscheinlich
Vergleicht den Luftdruck (auf Meeresniveau reduziert) zwischen Stationen nördlich und südlich der Alpen.
Stationspaare:
- Schladming ↔ Udine (Östliche Alpen)
- Zell am See ↔ Treviso (Tauern)
- Innsbruck ↔ Bozen (Brenner)
- Zürich ↔ Lugano (Schweizer Alpen)
Schwellwerte:
- ● < 4 hPa – Kein Föhn
- ● 4–8 hPa – Föhn möglich
- ● > 8 hPa – Föhn aktiv
Südföhn: Höherer Druck im Süden → warmer Wind
Nordföhn: Höherer Druck im Norden → kühler Wind
Die Feuchtkugeltemperatur (Wet Bulb Temperature) ist die tiefste Temperatur, die durch Verdunstungskühlung eines feuchten Körpers in der Umgebungsluft erreicht wird.
Berechnung (Newton-Iteration, psychrometrisch):
iterativ gelöst mit Sättigungsdampfdruck e(T)
T = Lufttemperatur · p = Luftdruck · rH = Luftfeuchtigkeit
Technische Beschneiung:
- Grenzwert für Schneekanonen: Feuchtkugel ≤ −3°C
- Bei −3°C bis −5°C: eingeschränkter Betrieb möglich
- Bei < −8°C: optimale Schneequalität und hohe Produktionsrate
- Nur Feuchtkugel (nicht Lufttemperatur!) entscheidet – hohe Luftfeuchte verhindert Beschneiung auch bei Frost
Weitere Bedeutung:
- Maßstab für Hitzestress des menschlichen Körpers
- Ab Tw > 35°C: lebensbedrohlich, Körper kann sich nicht mehr kühlen
- Wichtig für Lawinenwarndienst: Regen-Schnee-Grenze
Die Solarstrahlung wird in Watt pro Quadratmeter (W/m²) gemessen und gibt die aktuelle Strahlungsintensität an.
Sonnenscheinstunden:
- Gezählt ab einer Schwelle von 120 W/m²
- Entspricht der meteorologischen Definition von Sonnenschein
Formel Sonnenbrandzeit:
Eigenschutzzeiten (bei UV 8):
- Typ I (sehr hell): ~8 min
- Typ II (hell): ~15 min
- Typ III (mittel): ~25 min
- Typ IV (oliv): ~40 min
- Typ V (dunkel): ~60 min
- Typ VI (sehr dunkel): ~90 min
⚠️ Zusätzlich berücksichtigen:
- Höhenlage erhöht UV (~10% pro 1.000m)
- Schnee reflektiert bis 80% UV
- Wasser reflektiert bis 50% UV
Dies ist eine Schätzung. Sonnencreme bei längeren Aufenthalten verwenden!
Der Kp-Index misst die globale geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0–9, berechnet alle 3 Stunden aus 13 Magnetometerstationen weltweit.
Kp-Stufen & Sichtbarkeit:
| Kp | Klasse | Aurora sichtbar ab |
|---|---|---|
| 0–1 | Ruhig | Polregion (>70°N) |
| 2–3 | Leicht | Skandinavien (>65°N) |
| 4 | Mäßig | Norddeutschland (>55°N) |
| 5 | Sturm G1 | Österreich möglich (>50°N) |
| 6 | Sturm G2 | Alpen sichtbar (~47°N) ⚡ |
| 7 | Sturm G3 | Norditalien (~45°N) |
| 8–9 | Sturm G4–G5 | 🌌 Mitteleuropa – Extremereignis! |
Schladming (47,4°N):
Ab Kp ≥ 6 unter dunklem Himmel am Nordhorizont möglich.
Ab Kp ≥ 7 auch mit bloßem Auge gut sichtbar.
Der Windchill beschreibt die gefühlte Temperatur durch den Einfluss des Windes auf die Wärmeabgabe des menschlichen Körpers.
Berechnung (JAG/TI-Formel, gültig für T ≤ 10°C, Wind ≥ 5 km/h):
T = Lufttemperatur (°C) · v = Windgeschwindigkeit (km/h)
Meteorologische Bedeutung:
- Gibt an, wie kalt es sich auf der Haut anfühlt – nicht die tatsächliche Lufttemperatur
- Relevant für Frostschutzbekleidung, Lawinenwarndienst, Sportplanung
- Ab ca. −25°C Windchill: Erfrierungsgefahr in wenigen Minuten
- Nur gültig für unbeschattete, exponierte Haut – nicht für Gebäude oder Fahrzeuge